Wenn man mich fragt, woher unsere Weine stammen, beginne ich fast immer mit einem Wort: Schiefer. Die Appellation Saint-Chinian zählt zwei Gemeinde-Crus, Berlou und Roquebrun, und in Berlou bewirtschafte ich meine Reben. Das macht ihre Eigenart aus: ihr Boden, ihr Klima, ihre Rebsorten, ihre Produktionsregeln und das Profil ihrer Weine.
Wo liegt die AOP Saint-Chinian Berlou?
Die Appellation erstreckt sich rund um Berlou, ein kleines Dorf mit etwas mehr als 200 Einwohnern, eingebettet in das Tälchen des Rieuberlou, an den letzten Ausläufern des Zentralmassivs, im Norden des Gebiets von Saint-Chinian. Die Reben stehen auf terrassierten, nach Süden ausgerichteten Hängen, je nach Parzelle zwischen 150 und 400 Metern Höhe — 400 Meter sind die Obergrenze des Weinbaus in der Appellation.
Berlou ist zudem einer der vertraulichsten Crus des Languedoc: kaum zwanzig deklarierte Hektar und eine Handvoll Erzeuger. Anders gesagt: Ein Saint-Chinian Berlou ist von Natur aus ein seltener Wein.
Ein Schieferterroir und ein Höhenklima
Das Besondere an Berlou liegt im Untergrund: ein alter Schiefer, ererbt vom alten paläozoischen Grundgebirge des Haut-Languedoc, karg, gut dränierend und fähig, die tagsüber gespeicherte Wärme wieder abzugeben. Diese Bodenart zwingt den Rebstock, tief zu wurzeln, begrenzt die Erträge auf natürliche Weise und konzentriert die Beeren.
- Dränage: Der Schiefer leitet das Wasser ab, was den Rebstock fordert und die Konzentration begünstigt.
- Wärme: Das Gestein speichert die Wärme und gibt sie wieder ab, was eine gute Reife unterstützt.
- Mineralität: Schieferweine werden oft als fein, geradlinig und von einer mineralischen Handschrift geprägt beschrieben.
In dieser Höhe trifft das mediterrane Klima auf kühlere Einflüsse aus dem Haut-Languedoc und vom Massiv des Caroux, das im Norden etwas über 1.000 Meter erreicht. Die starken Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht verlangsamen die Reife und bewahren Säure und Aromen: Das ist der Schlüssel zur Frische, die Berlou auszeichnet. Es ist auch dieser Bodenunterschied, der den schieferhaltigen Norden vom kalkhaltig-tonigen Süden der Appellation trennt.
Saint-Chinian, Saint-Chinian Berlou, Roquebrun: Wo liegt der Unterschied?
Die Verwechslung ist häufig. Hier die Hierarchie:
- AOP Saint-Chinian: die regionale Appellation (Rot-, Rosé- und Weißweine).
- AOP Saint-Chinian Berlou: ein Gemeinde-Cru auf Schiefer im Norden, anerkannt 2005.
- AOP Saint-Chinian Roquebrun: der andere Gemeinde-Cru, ebenfalls auf Schiefer.
Ein Saint-Chinian Berlou ist immer ein Saint-Chinian, unterliegt jedoch strengeren Regeln. Um alles zu vergleichen, Rebsorte für Rebsorte und Ertrag für Ertrag: Saint-Chinian, Berlou, Roquebrun: Wo liegen die Unterschiede?
Die Rebsorten von Saint-Chinian Berlou
Hier zeigt sich die wahre Eigenart des Cru. Das Lastenheft des INAO schreibt Berlou einen Mindestanteil von 30 % Carignan im Rebsortenspiegel vor — eine einzigartige Anforderung, die kein anderer Sektor von Saint-Chinian stellt. Hinzu kommen mindestens 20 % Grenache und mindestens 20 % Syrah, wobei die Hauptsorten zusammen mindestens 60 % der Rebfläche ausmachen müssen (Nebensorten auf 10 % begrenzt).
Anders gesagt: In Berlou ist Carignan kein Statist. Häufig aus alten Reben, auf dem Schiefer mitunter über hundert Jahre alt, trägt er den Wein: Struktur, Frucht, Frische. Das ist auch das deutlichste Unterscheidungsmerkmal gegenüber Roquebrun, das eher auf Grenache, Syrah und Mourvèdre setzt.
Welche Produktionsregeln gelten für den Cru?
Das Lastenheft des Cru stellt strengere Anforderungen als die regionale Appellation:
- ausschließlich Rotweine;
- Handlese verpflichtend;
- Ertrag begrenzt auf 40 hl/ha (gegenüber 45 hl/ha beim regionalen Saint-Chinian rouge);
- Kurzschnitt auf Zapfen (höchstens 6 Zapfen je Stock);
- ein begrenztes Gebiet: Berlou, Cessenon-sur-Orb, Prades-sur-Vernazobre, Roquebrun und Vieussan.
Die Bezeichnungen Berlou und Roquebrun wurden am 2. Februar 2005 vom INAO anerkannt.
Das Profil der Weine von Berlou
Die Rotweine von Saint-Chinian Berlou werden in der Regel als fruchtig, fein und mineralisch beschrieben, mit einer präsenten, aber seidigen Tanninstruktur, die vom Schiefer herrührt. Häufig finden sich Noten von dunklen Früchten, Garrigue und Gewürzen. Zur Lagerfähigkeit: Viele werden in den ersten 3 bis 5 Jahren getrunken, doch die strukturiertesten Cuvées, getragen vom alten Carignan, können darüber hinaus reifen.
Für die Aromen im Detail, Rebsorte für Rebsorte: der Geschmack eines Berlou, aromatisches Profil eines Schieferweins.
Domaine de Cambis, Bio-Winzer in Berlou
Hier arbeite ich. Die Domaine de Cambis arbeitet nach den Regeln des biologischen Landbaus, in Berlou, auf 10 Hektar Schiefer, zwischen 200 und 400 Metern Höhe. Dort stehen alte Reben, darunter Carignan, den ich um nichts in der Welt ersetzen würde, und ich baue jede Cuvée so aus, dass sie diesem Terroir gleicht und keinem anderen.
Am einfachsten versteht man, was der Schiefer bewirkt, wenn man ihn vor Ort verkostet: Die Verkostungen finden auf der Panoramaterrasse mit Blick auf die Hänge statt, gemeinsam mit dem Winzer, auf Französisch, Englisch oder Spanisch. Einen Besuch reservieren →
Um die Gegend zu entdecken:
- unsere Weine der AOP Saint-Chinian Berlou;
- unsere biologischen Rotweine;
- die Seite Terroir von Berlou;
- unsere Auszeichnungen und Bewertungen in Führern.
Häufige Fragen zur AOP Saint-Chinian Berlou
Erzeugt Saint-Chinian Berlou ausschließlich Rotwein?
Ja. Das Lastenheft behält die Bezeichnung Berlou stillen Rotweinen vor. Das regionale Gebiet von Saint-Chinian erzeugt auch Rosé- und Weißweine (die die Angabe Berlou nicht tragen dürfen).
Warum gilt der Berlou als frischer?
Wegen der Höhenlage und der Tag-Nacht-Temperaturunterschiede: Die Reife verläuft langsamer, Säure und Aromen bleiben besser erhalten. Carignan, eine spät reifende Sorte, verstärkt diese Frische.
Wie lange lässt sich ein Saint-Chinian Berlou lagern?
Die meisten werden innerhalb von 3 bis 5 Jahren getrunken. Die strukturierten Cuvées aus altem Carignan können länger reifen.
Warum ist der Schiefer für diese Weine wichtig?
Schiefer ist ein karger, gut dränierender Boden, der den Rebstock fordert, die Erträge begrenzt und Wärme zurückgibt. Er bringt Weine hervor, die als fein und mineralisch gelten.
Kann man ein Weingut in Berlou besuchen?
Ja. Die Domaine de Cambis empfängt nach Voranmeldung, in der 2 route de la Mausse. Zwei Formeln: die Formule Découverte (15 € pro Person, etwa 1 Std., vier Weine) und die Formule Gourmande (50 € pro Person, etwa 2 Std., das gesamte Sortiment mit einer Tapas-Platte lokaler Erzeuger). In beiden Fällen werden ab 150 € Weineinkauf 15 € pro Person abgezogen. Siehe die Seite Besuch des Weinguts.
Weiterführendes
- Wein aus Saint-Chinian: der komplette Guide
- Berlou vs. Roquebrun: die Unterschiede
- Carignan, die Königsrebsorte von Berlou
- Der Geschmack eines Berlou: aromatisches Profil
- Saint-Chinian rouge: Rebsorten und Charakter
- Wo kann man Wein aus Saint-Chinian kaufen?
Alkoholmissbrauch ist gesundheitsschädlich. In Maßen genießen.