Die Arbeit im Weinberg der Domaine de Cambis
In Berlou, an den Schieferhängen des Haut-Languedoc, ist die Arbeit im Weinberg der Domaine de Cambis das Ergebnis von über 20 Jahren familiärem Einsatz für einen Weinbau im Einklang mit der Natur.
Über 20 Jahre Vorbereitung auf den Bio-Anbau
Der Bio-Anbau ist auf der Domaine de Cambis keine Modeerscheinung: Er ist ein Ziel, das die Familie Perolari seit 2002 verfolgt.
Als Annick und Alfred Perolari, Martins Eltern, das Weingut 2002 übernahmen, war ihr Anspruch klar: Umstellung auf biologischen, womöglich sogar biodynamischen Anbau. Sie versuchten es gleich von Anfang an. Doch die Reben, die eine so radikale Umstellung nicht gewohnt waren, kamen nicht mit. Ein abrupter Wechsel wäre schädlich gewesen – für die Pflanzen wie auch finanziell.
Die Vernunft riet ihnen also zur Geduld. Mehr als zehn Jahre wurden darauf verwendet, den Boden zu bereiten. Diese entscheidende Phase umfasste:
- Die Aufgabe einiger Rebflächen, deren Bearbeitung zu gefährlich war
- Die Neubepflanzung anderer Parzellen
- Die Umstrukturierung des Weinbergs: veränderte Traktorgassen, Erziehung der Reben am Drahtrahmen, Entfernung der großen Steine und Felsbrocken, die mechanische Geräte wie den Unterstockräumer blockierten
- Die drastische Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln, damit sich die Reben schrittweise an mehr Eigenständigkeit gewöhnen
Dieses Jahrzehnt des Übergangs gab den Reben ihre Kraft und Widerstandsfähigkeit zurück. Als die offizielle Umstellung im Sommer 2018 begann, war der Weinberg bereit.
Seit 2021 zertifizierter Bio-Anbau
Drei Jahre nach dem offiziellen Beginn der Umstellung erhielt die Domaine de Cambis die Bio-Zertifizierung für den Jahrgang 2021. Alle seither erzeugten Weine tragen das offizielle französische AB-Logo und das europäische Bio-Siegel.
Sämtliche Rebflächen des Weinguts werden heute nach zertifiziertem Bio-Anbau bewirtschaftet. Das ist der Abschluss eines langen Wegs, der lange vor dem Bio-Trend begann – aus einer familiären Haltung des Respekts vor allem Lebendigen.
Ein lebendiger Weinberg
Das Ergebnis dieser Arbeit sieht Martin täglich in seinen Parzellen. Die Reben waren noch nie so lebendig wie in den letzten Jahren. Sie wimmeln von Insekten und Tieren: Regenwürmer im Boden, Bienen, die in der umliegenden Macchia Nektar sammeln.
Diese wiedergewonnene Artenvielfalt ist das Zeichen eines lebendigen Bodens und eines wiederhergestellten Gleichgewichts.
Ein Weinberg in Hanglage
Der Weinberg der Domaine de Cambis liegt im Tal des Rieu Berlou, auf 250 bis 400 Metern Höhe. Die Parzellen sind klein und mosaikartig verteilt, teilweise an steilen Hängen. Dieses schroffe Gelände, typisch für Berlou, erfordert auf manchen Parzellen weitgehend Handarbeit.
Kostbare alte Reben
Das Weingut kultiviert die traditionellen Rebsorten des Languedoc, die perfekt zum Terroir von Berlou passen: Carignan, Grenache, Syrah, Cinsault und Mourvèdre bei den Roten; Grenache Blanc, Vermentino, Roussanne und Viognier bei den Weißen.
Manche Parzellen sind alt, teils über hundert Jahre. Diese alten Reben tragen wenig, doch ihre Trauben besitzen eine außergewöhnliche Konzentration und Finesse – auf ihnen ruhen unsere schönsten Cuvées.