Der Geschmack eines Berlou: das aromatische Profil eines Schieferweins

Le goût d'un Berlou : profil aromatique d'un vin de schiste
Kurz gesagt — Ein roter Saint-Chinian Berlou ist ein Schieferwein: dunkle Früchte, Noten von Garrigue, ein mineralisches Gerüst und viel Frische. Der saure, karge und durchlässige Boden bringt geradlinige, bekömmliche Weine ohne Schwere hervor. Carignan liefert die Struktur, Grenache die Frucht, Syrah den Pfeffer.

Man fragt mich oft: „Woran erkennt man einen Berlou?“. Gute Frage, denn ein Schieferwein gleicht in nichts einem Kalksteinwein. Das findet man in unseren Flaschen — und hier kommt es her.

Schiefer im Glas

Berlou ist ein Cru auf Schiefer — jenen dunklen, blättrigen Gesteinen des Erdaltertums (Ordovizium, ~480 Millionen Jahre). Der Boden ist sauer, karg und durchlässig: Die Rebe leidet ein wenig, wurzelt tief und liefert konzentrierte, aber nie schwere Trauben. Im Glas übersetzt sich das in ein mineralisches Gerüst, einen geradlinigen Gaumen und eine Frische, die selbst in warmen Jahrgängen hält. Das ist die Signatur des Cru.

Diese mineralische Prägung des Schiefers findet sich auch in anderen großen Schieferterroirs — Priorat in Katalonien ist das bekannteste Beispiel. Dasselbe Muttergestein, dieselbe Spannung im Wein.

Rebsorte für Rebsorte

Das Lastenheft des Cru unterscheidet zwei Dinge, die oft verwechselt werden: den Rebsortenspiegel — also das, was im Weinberg steht — und die Cuvée — also das, was in der Flasche ist. In Berlou sind die Hauptrebsorten Grenache noir, Mourvèdre und Syrah: Zusammen müssen sie mindestens 60 % des Rebsortenspiegels ausmachen. Carignan dagegen gilt als ergänzende Rebsorte — und ist dennoch die einzige, die einen Mindestanteil von 30 % des Rebsortenspiegels erreichen muss. Kein anderes Terroir der Appellation schreibt das vor: Genau das macht Berlou zu einem Carignan-Cru.

  • Carignan (ergänzende Rebsorte, ≥30 % des Rebsortenspiegels) — das Rückgrat: dunkle Früchte, Gewürze, eine schöne Säure und feste Tannine. Er gibt Berlou seinen Charakter.
  • Grenache noir (Hauptrebsorte, ≥20 % des Rebsortenspiegels) — reife Frucht, Rundheit, Noten von geschmorten roten Früchten und Garrigue.
  • Syrah (Hauptrebsorte, ≥20 % des Rebsortenspiegels) — Pfeffer, Veilchen, feinkörnige Tannine.
  • Mourvèdre (Hauptrebsorte) — Struktur, straffe Tannine und würzige Noten; als Stützsorte gibt er lagerfähigen Cuvées Halt.

Auf dieser Basis suchen wir das Gleichgewicht: genug Substanz für die Lagerung, genug Frische zum Trinken.

Die Aromen, die man findet

Familie Typische Aromen
Früchte Brombeere, schwarze Johannisbeere, Schwarzkirsche, Pflaume
Garrigue Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Zistrose
Gewürze schwarzer Pfeffer, Lakritz
Mineralisch warmer Stein, Graphit

Wie er altert

Einen Berlou trinkt man jung mit Vergnügen, auf der Frucht — er hat aber auch Lagerpotenzial. Nach einigen Jahren entwickelt sich die Frucht zu Schmorfrucht, Leder und Unterholz, die Tannine verschmelzen — die mineralische Frische aber bleibt. Genau das macht einen Terroirwein aus: Er verändert sich, ohne je seine Signatur zu verlieren.

Woher diese Frische?

Drei Gründe: der Schiefer und seine Säure, die Hanglagen (die Reben steigen bis 400 m, die Höhengrenze des Weinbaus in der Appellation), wo die Nächte kühl bleiben, und der Carignan, eine von Natur aus säuerliche Rebsorte. Dazu die Temperaturamplitude — heiße mediterrane Tage, vom Haut-Languedoc gekühlte Nächte — und man erhält eine langsame Reife, die die Säure bewahrt. Deshalb trinkt sich ein Berlou so gut, ohne je schwer zu wirken.

Wie man ihn verkostet

Servieren Sie ihn bei etwa 15-16 °C (im Sommer leicht gekühlt), in einem Glas, das breit genug ist, um die Garrigue freizugeben. Bei einem jungen Jahrgang tut ihm eine halbe Stunde Belüftung gut.

Häufige Fragen

Wie schmeckt ein Saint-Chinian Berlou?

Ein Schieferroter auf dunklen Früchten, Garrigue und Pfeffer, mit mineralischem Gerüst und viel Frische. Geradlinig und bekömmlich statt schwer.

Was zeichnet einen Schieferwein aus?

Der saure, karge und durchlässige Boden bringt straffe, mineralische und frische Weine hervor, während ein Ton-Kalk-Boden rundere und fleischigere Weine ergibt. Diese Mineralität findet man auch in anderen Schieferterroirs wie dem Priorat.

Auf welcher Höhe liegen die Reben von Berlou?

Auf nach Süden ausgerichteten Terrassenhängen, bis 400 m Höhe — die Höhengrenze des Weinbaus in der Appellation. Diese Höhe und die kühlen Nächte erklären die Frische der Weine.

Bei welcher Temperatur serviert man einen Berlou?

Bei etwa 15-16 °C, im Sommer leicht gekühlt.

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