Man hört oft, ein Wein sei „mineralisch“ oder „vom Schiefer“. Was bedeutet das konkret? Hier die Erklärung eines Winzers, der täglich auf diesem Boden arbeitet.
Was ist Schiefer?
Schiefer ist ein altes, blättriges Gestein aus dem alten paläozoischen Grundgebirge. Er spaltet sich in Platten und speichert wenig Wasser und organische Substanz: ein karger Boden – genau das, was die Qualitätsrebe mag.
Wie der Schiefer auf die Rebe wirkt
- Drainage: Das Wasser fließt schnell ab, die Rebe muss tief wurzeln und begrenzt so von selbst ihre Wuchskraft.
- Wärme: Das Gestein speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts wieder ab, was eine gleichmäßige Reife fördert.
- Geringe Erträge: weniger Trauben, dafür konzentrierter.
Welche Wirkung im Glas?
Schieferweine werden im Allgemeinen als fein, geradlinig und mineralisch beschrieben, mit präziser Frucht und seidigen Tanninen. Ein Stil, der auf Eleganz und Frische statt auf Kraft setzt.
Der Schiefer, von Berlou bis zum Priorat
Schiefer hat den Ruf großer Weinbaugebiete weltweit begründet. Das wohl sinnbildlichste ist der Priorat in Katalonien — eine der nur zwei spanischen Appellationen mit der Einstufung DOQ (neben Rioja). Seine Böden aus llicorella, einem mit Quarz durchsetzten Tonschiefer, bringen aus alten Reben von Cariñena (dem Carignan) und Garnacha konzentrierte, mineralische Rotweine hervor, die weltweit gesucht sind.
Die Parallele zu Berlou ist frappierend: dasselbe Muttergestein aus Schiefer, dieselben geringen Erträge und derselbe Carignan aus alten Reben. Bei allen Größenunterschieden pflegt Berlou eine echte Terroir-Verwandtschaft mit diesen großen Schieferlagen.
Schiefer oder die Böden des Südens: der Unterschied
In Saint-Chinian bedeckt der Schiefer zwei Drittel der abgegrenzten Flächen der Appellation, im Norden und Nordwesten; der übrige Teil des Weinbergs im Süden liegt auf Kieskonglomeraten, villafranchischen Ablagerungen und quartären Alluvionen. Diese Böden des Südens ergeben oft rundere und großzügigere Weine; der Schiefer dagegen feinere und straffere. Zwei Schulen, zwei Genussformen.
Der Schiefer von Berlou
Der Cru Saint-Chinian Berlou liegt vollständig auf Schiefer. Es ist dieser Boden – zusammen mit alten Carignan-Reben –, der den Rotweinen des Sektors ihre Finesse verleiht. Auf dem Domaine de Cambis arbeiten wir ausschließlich auf diesem Terroir, biologisch.
Häufige Fragen
Was ist ein mineralischer Wein?
Es ist eine Art, geradlinige, frische Weine mit einer „steinigen“ Empfindung zu beschreiben, die oft mit kargen Böden wie Schiefer verbunden sind. Der Begriff beschreibt einen Verkostungseindruck, nicht buchstäblich einen Geschmack nach Stein.
Ähnelt das Schieferterroir von Berlou dem Priorat?
Ja, was den Boden betrifft: Beides sind Schieferterroirs mit alten Carignan-Reben (Cariñena), die mineralische und konzentrierte Rotweine hervorbringen. Der Priorat (DOQ, Katalonien) ist die weltweite Referenz; Berlou teilt mit ihm das Muttergestein und die Rebsorte.
Bringt Schiefer bessere Weine hervor?
Weder besser noch schlechter: anders. Schiefer führt zu Finesse und Frische. Die endgültige Qualität hängt von der Arbeit des Winzers ab.
Welche Weine aus Saint-Chinian wachsen auf Schiefer?
Die Crus im Norden der Appellation, Berlou und Roquebrun, liegen auf Schiefer.
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